WELTGÄSTEFÜHRERTAG 2017 Reform - Zeit für Veränderung

Den „International Tourist Guide Day“ gibt es seit 1990.  Zahlreiche Organisationen, die dem Weltverband der Gästeführer angeschlossen sind, veranstalten ihn jährlich am 21. Februar und bieten kostenlose thematische Führungen an, die landesweit unter einem einheitlichen Motto stehen. In diesem Jahr heißt es deutschlandweit Reform – Zeit für Veränderung. Das Thema knüpft an das 500-jährige Reformationsjubiläum 2017 an, aber es soll auch um andere Bereiche gehen: Reformen in der Architektur, Kunst, Geschichte, Politik, Gesellschaft, Wohnungsbau und  Stadtplanung. Überall hat es Reformen gegeben – und spannende Zeiten davor und danach.

Auf den Spuren der Reformation in Chemnitz sind die Gästeführerin Grit Linke und Gästeführer Udo Mayer am Samstag, dem 25. Februar unterwegs. Die Reformation erreichte Chemnitz 1539. Kunsthistoriker Dr. Stefan Thiele und Pfarrerin Dorothee Lücke begleiten in der Schloßkirche, dem Gotteshaus des ehemaligen Benediktinerklosters, und anschließend in der St. Jakobikirche im Stadtzentrum den Ausflug in die Chemnitzer Religionsgeschichte. Treffpunkt ist um 14:00 an der Schloßkirche.

Gästeführer René Bzdok stellt am Sonntag, dem 26. Februar Neues Lernen an der Humboldtschule in seiner Führung zur Bildungsreform vor. Die 1914 eröffnete Humboldtschule war während der Weimarer Zeit  deutschlandweit beispielgebend hinsichtlich ihres reformpädagogischen Ansatzes, bei dem eine klassen- und fächerübergreifende Bildung praktiziert wurde. Sie erhielt vor allem in der Blütezeit der Moderne ihre dynamische und ganzheitliche Form, die Schluss mit den starren Regeln des Unterrichtes in der Kaiserzeit machten.  Bei dieser Führung werden die verschiedenen Bildungssysteme wie auch der Schullalltag thematisiert. Auch die gegenwärtige Situation des dort seit 2008 ansässigen Johannes-Kepler-Gymnasiums soll beleuchtet werden. Treffpunkt ist um 10:30 am Eingang zum Johannes-Kepler-Gymnasium am Humboldtplatz 1.

Die Wohnungsbaureform zu Beginn des 20. Jahrhunderts war eine der gravierendsten Reformen im Wohnungsbau. Chemnitz war damals die reichste Stadt Deutschlands, die Wiege der deutschen Industrie. Es gab genug Geld, um auch für einfache Leute jenseits von unpersönlichen Mietskasernen ganz neue Wohnkonzepte anzubieten.  Genossenschaften waren dabei federführend und es ging darum, ein freundliches Wohnumfeld entstehen zu lassen, in dem Gemeinschaftssinn, modernes Wohnen und eine gesundheitsbewusste Lebensführung umgesetzt wurden. In der Blüte dieser Bewegung entstand die Gartenstadt Gablenzsiedlung, die Ihnen Gästeführerin Grit Linke und Gästeführer Udo Mayer am  Sonntag, dem 26. Februar näherbringen möchten. Treffpunkt ist um 14:00 Uhr am Haus mit dem Sinnspruch der Genossenschaft, Rotdorn 4-10.

Jede der Führungen dauert etwa eine Stunde und ist für alle Teilnehmer kostenlos. Auch in diesem Jahr bitten wir wieder um eine kleine Spende für ein Vorhaben, das uns ganz besonders am Herzen liegt und wir mit Ihrer Hilfe unterstützen möchten. Alle Spenden reichen wir komplett an die St. Jakobikirche für die Erneuerung des gotischen Altars weiter.

 

Zu unseren Veranstaltungen konnten wir ca. 195 Gäste begrüßen und eine Spende in Höhe von 232 Euro einnehmen. Das Geld übergeben wir am Dienstag, dem 7. März 2017 um 13:00 Uhr Frau Lücke, Pfarrerin der Jakobikirche (Jakobikirchplatz 1, 09111 Chemnitz).

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Gästen für die Spenden.

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